Sach ma, … wie wird man nur die Geister wieder los, die man rief? – Wenn zweimal jährlich ein kollektiver Jetlag die Uhren killt
Der große Zeitsalat – oder: Die Stunde, die keiner will
Warst du auch schon mal pünktlich unpünktlich? Also so richtig stolz zur Arbeit gekommen – und dann stand da schon der Kollege mit Kaffee in der Hand und dem Gesichtsausdruck eines moralischen Uhrwerks: „Na, auch verpennt wegen der Zeitumstellung?“ 😒
Ich kann mich noch gut erinnern: 1980 – da war ich zwölf, trug einen Seitenscheitel wie ein kleiner Versicherungsvertreter und mein größtes technisches Highlight war der Sinclair ZX81. Damals wurde sie eingeführt, diese Sommerzeit, die angeblich Licht in unser Leben bringen sollte – und Strom sparen. Also quasi der ökologische Lichtblick aus der Steckdose. Heute wissen wir: Die Energiespar-Legende ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Diätbuch aus der Schokoladenindustrie. 🍫
Und doch – jedes Jahr im März und im Oktober spielen wir wieder mit der Zeit wie ein gelangweilter Gott in der Mittagspause. Die einen sagen: „Es ist doch nur eine Stunde!“ Die anderen antworten: „Ja, aber es ist MEINE verdammte Stunde!“ Und irgendwo dazwischen steht mein innerer Biorhythmus und wedelt hilflos mit einem „Bitte nicht stören“-Schild.
Mini-Jetlag für alle – jetzt auch ohne Flugzeug!
Die Wahrheit ist: Diese Uhrendreherei haut uns mehr aus der Bahn als eine WhatsApp von der Ex nach zwei Jahren Funkstille. Studien zeigen, dass sich unser Körper dabei so fühlt, als hätte er die Zeitzone gewechselt – ohne den Spaß eines Duty-Free-Einkaufs. Der sogenannte Mini-Jetlag äußert sich in Form von Schlafstörungen, Müdigkeit und – mein Favorit – verminderter Konzentration. Ich nenne das den „Kaffee-zum-Frühstück-und-zum-Mittagessen“-Effekt. ☕☕☕☕
Und das ist nicht alles: Statistisch steigen nach der Umstellung im Frühjahr die Herzinfarktraten, die Unfallzahlen und der Verbrauch an Beruhigungstee. Besonders betroffen: die sogenannten Eulen – also Spätaufsteher, zu denen ich mich nach Jahrzehnten im Hochspannungsleitungsbau auch ganz klar zähle. (Da steht man schließlich selten freiwillig um 5 Uhr auf, um einem Mast guten Morgen zu sagen.)
Wer hat an der Uhr gedreht? EU – wir müssen reden!
Jetzt kommt der eigentliche Witz: Laut Umfragen lehnen bis zu 84 % der EU-Bürger die Zeitumstellung ab. Also, wir reden hier von einer Quote, bei der selbst Dschungelcamp-Kandidaten neidisch werden würden. Und was macht die EU? Die diskutiert. Seit Jahren. Ob man nun dauerhaft Sommerzeit oder Winterzeit einführt, darüber herrscht so viel Einigkeit wie beim Versuch, IKEA-Regale ohne Schimpfwörter aufzubauen.
Dabei gäbe es eigentlich eine logische Lösung: Die Wissenschaft plädiert für die dauerhafte Winterzeit – also die Normalzeit. Warum? Weil sie unserem natürlichen Tageslicht-Rhythmus entspricht. Aber natürlich hören wir nicht auf die Wissenschaft – sonst hätten wir ja auch längst auf Kühlschränke mit WLAN verzichtet. 🧊📶
Vorteile, die gar keine sind – oder: Abends heller, Hirn leerer
Natürlich gibt es auch Befürworter. Sie sagen: „Abends ist es länger hell – das ist gut für die Freizeit, den Handel, die Gastronomie!“ Ja, mag sein. Aber wenn ich mich abends wie eine bettlägrige Glühbirne fühle, weil mein innerer Wecker auf „Bock auf nix“ steht, bringt mir der längere Abend auch nix außer mehr Netflix. Und was macht der Handel? Freut sich über mehr Umsatz – weil wir müde, emotional labil und daher besonders anfällig für Sonderangebote sind. „2-für-1-Schokoriegel gegen die Frühjahrsmüdigkeit“ – läuft! 💸🍬
Übrigens: Die viel beschworene Energieeinsparung ist in etwa so messbar wie die Existenz von Einhörnern in Brandenburg. Manche Studien sagen, es gibt sie. Andere sagen, sie kostet sogar mehr Energie – weil’s morgens dunkler und damit kälter ist. Und was machen wir dann? Richtig: Heizen. Kuschelstunde mit der Gasrechnung.
Der digitale Wahnsinn – wenn dein Backofen rebelliert
Früher war alles einfacher. Da hatte man drei Uhren: Armbanduhr, Küchenuhr, Wohnzimmer-Wanduhr. Heute? Smartwatch, Smart-TV, Smartphone, Smart-Backofen und – nicht zu vergessen – die smarte Kaffeemaschine, die mir neulich sagte: „Ich weiß nicht, wie spät es ist.“ (Ein Satz, den man sonst eher von Philosophiestudenten auf WG-Partys hört.)
Und ja, viele Geräte stellen sich heute automatisch um – wenn sie wollen. Der Rest? Muss manuell angepasst werden. Und dabei stellt man fest, dass man noch eine Funkuhr hat, die nicht mehr funkt, eine Mikrowelle mit Nostalgie-Tasten und eine Wetterstation, die seit 2007 auf Sommerzeit festgefroren ist. Technischer Fortschritt – jetzt auch mit Nostalgie-Modus.
Die Schichtarbeiter hassen diesen Trick
Für die meisten von uns ist die Zeitumstellung lästig. Für Schichtarbeiter aber ist sie ein echter Albtraum in Blau. Denn wenn sich die Uhr ändert, ändern sich nicht automatisch die Dienstpläne. Bedeutet: Wer nachts arbeitet, hat plötzlich entweder eine Stunde mehr zum Arbeiten (Herbst) oder bekommt im Frühjahr für eine Stunde weniger Arbeit das gleiche Gehalt. Jackpot für den Arbeitgeber, Frustbonus für die Belegschaft.
Ich hab ja selbst über 30 Jahre bei SPIE-SAG malocht – inmitten von Terminfluten, Excel-Schlachten und digitaler Desillusionierung. Die Zeitumstellung war da wie ein Clown, der heimlich in der Nacht deinen Kalender betritt und alle Termine neu sortiert. Projektbesprechung um 10? Nee, war gestern um 9. Die Folge: Du tauchst auf, Kaffee in der Hand, PowerPoint im Anschlag – und findest nur einen leeren Konferenzraum und eine verdutzte Spinne, die dich ganz mitleidig anschaut und dann ganz schnell wieder in ihre dunkle Ecke verkriecht.
Und während du noch versuchst, deinen Outlook mit dem Projektkalender und der externen Webex-Einladung zu synchronisieren, hörst du es aus dem EDV-Raum wispern – so, als hätte die Firewall ein Eigenleben entwickelt:
„Wie wird man nur die wieder Geister los, die man rief?“ 👻🕰️
Die große Philosophie der kleinen Stunde
Aber mal ehrlich: Warum halten wir an etwas fest, das offensichtlich mehr Probleme als Nutzen bringt? Weil wir’s gewohnt sind. Weil es schon immer so war. (Was übrigens auch das Lieblingsargument von Leuten ist, die Faxgeräte für unverzichtbar halten.)
Vielleicht steckt aber auch eine tiefere Angst dahinter – die Angst vor Veränderung, obwohl genau diese Veränderung die Abschaffung einer anderen Veränderung wäre. Zeit ist eben nicht nur eine Maßeinheit – sie ist auch ein kulturelles Konstrukt, eine Konvention, ein kollektives Gefühl. Und wenn man zweimal im Jahr daran rüttelt, dann rumpelt es halt in der Weltuhr. 🌍🕰️
Die letzte Stunde schlägt?
Was bleibt also? Ein halbjährlicher Biorhythmus-Slapstick mit internationaler Beteiligung. Während Länder wie Mexiko, die Türkei oder Grönland längst „ausgestiegen“ sind, diskutieren wir weiter. Mit müden Augen, verwirrten Weckern und dem Gefühl, dass irgendwer doch einfach mal sagen sollte: „Lass uns den Quatsch einfach lassen.“
Und bis es so weit ist, müssen wir uns weiter durchbeißen – durch den Jetlag, den Kaffeedurst, die Backofenuhr von 1999 und die dunklen Gedanken kurz vor der Zeitumstellung.
Letzter Nachtrag aus der Dunkelheit der Uhrenschächte
Weißt du, was mich am meisten nervt? Dass ich mittlerweile mehr Energie brauche, um mich über die nicht eingesparte Energie aufzuregen, als die Zeitumstellung je eingespart hat.
Vielleicht ist der einzige echte Vorteil: Man hat einen Anlass, sich wieder über etwas kollektiv aufzuregen – und das ist ja, wie wir wissen, auch irgendwie identitätsstiftend.
Also, egal ob du Team Winterzeit, Team Sommerzeit oder einfach nur Team „Lasst mich in Ruhe, ich will schlafen!“ bist – vergiss nie: „Die Stunde, die du im Frühjahr verlierst, bekommst du im Herbst zwar wieder – aber bis dahin darfst du dich völlig zu Recht drüber aufregen.“ 😅
Sach ma, … willst du diesen Zeitsalat wirklich nur für dich behalten? 🕰️🤯
Jetzt, wo du weißt, warum selbst dein Toaster zweimal im Jahr verwirrt ist, und warum Schlafforscher nachts „permanente Winterzeit!“ rufen, ist es nicht deine Pflicht, auch andere aus ihrer Uhrenschockstarre zu erlösen?
Stell dir mal vor, wie viele müde Menschen gerade wieder durch den Tag stolpern – nur weil ein Politiker 1980 dachte, man könnte mit einer Stunde mehr Licht das Universum retten. ☕🫠
Also, sei kein verschlafener Zeitreisender – teile diesen Artikel mit deinen Freunden, Kolleg*innen, Nachteulen und Kaffeesüchtigen! Vielleicht bekommst du ja sogar die legendäre Antwort:
„OMG, genau DAS denke ich jedes Mal!“
👇 Jetzt klicken und gemeinsam die Uhr zurückdrehen – oder besser gleich abschaffen! 😄